Karneval unter Glas

Die St. Pauli Ruine in neuer Optik und mit bewährter Spiellust

Sonne gehört zum Sommertheater natürlich dazu wie die Schauspieler . Doch erfahrungsgemäß kümmert das den Regen nicht immer. Die St. Pauli Ruine kümmert das nun auch nicht mehr, denn nach einjähriger Bauphase hat der romantische Veranstaltungsort ein Glasdach erhalten und feiert das gleich mit einer Premiere.

Das Ursprüngliche, das Spröde ist es, was der St. Pauli Ruine ihre reizvolle Strahlkraft verleiht und den Spielort zu einer so interessanten Kulisse für ein Sommertheater gemacht hat. Auch nach den Aus- und Umbauarbeiten ist von diesem Charme nichts verloren gegangen. Der historische Atem der Ruine hat nun einen modernen Herzschlag bekommen.
Dieser Spannungsbogen zwischen Geschichte und Gegenwart spiegelt sich auch im neuen Spielplan wider. Das neue Gebilde wird am 26. Mai zur Premiere von „Der Diener zweier Herren" mit Leben erfüllt. Goldonis Komödienklassiker ist eine Hommage an die Vitalität des Theaters und seine Ursprünge aus dem Geiste des Karnevals - und damit eine großartige Theatertaufe für die umgestaltete St. Pauli Ruine. Das Stück lebt von turbulenten Rollenwechseln, zahlreichen komischen Verwicklungen und Komplikationen zwischen Liebenden, Geschäftspartnern und dem stets hungrigen und alles verwirrenden Arlecchino, der als Diener zweier Herren zunehmend zwischen die Frronten gerät.
Über 100 Vorstellungen sind darüber hinaus geplant; die verbesserte technische Infrastruktur und ein ausgeklügeltes Belüftungssystem werden 201 2 für ein noch schöneres Theatererlebnis in der St. Pauli Ruine sorgen. Mit den beiden Neuinszenierungen „Diener zweier Herren" (Goldoni/Turrini) und ,,Purcells Traum von König Artus" (Dorst) bringt Intendant Jörg Berger in bewährter Form die Spiellust und lebendige Theatralik der Commedia dell'arte, aber auch deutsche Gegenwartsdramatik mit hochaktuellen Bezügen auf die Bühne. Zuschauen können diesen Stücken sowie hochkarätig besetzten Konzerten ca. 650 Gäste" die auf etwa 250 Sitz- beziehungsweise 400 Stehplätzen Sommertheater erleben werden.

 

 

 

Dresdner Akzente
Frances Heinrich
25.05.2012