Liebesturbulenzen in der Sommernacht
Einen heiteren Theaterspaß um Liebe und Triebe bietet
,,Figaros Hochzeit" in der Theaterruine.

Fröhliches Theaterspiel in romantischer Kulisse kann heute ein gelungener Ausklang für den Montag werden. In der St. Pauli Ruine steht die ,,Figaros Hochzeit" Inszenierung auf dem Programm, die Regisseur Jörg Berger in bewährter Manier mit dem Ensemble zum amüsanten Sommertheater werden lässt. Das Lustspiel des Franzosen Beaumarchais diente übrigens Mozart als Vorlage für seine berühmte Oper. Das Dienerpaar Figaro und Susanne will heiraten, doch der Graf möchte das abgeschaffte Recht auf die erste Nacht neu beleben. Das führt zu Eifersucht und Verwirrung. Der arme Figaro lässt sich allerlei einfallen, um mithilfe seiner Verlobten und der geprellten Gräfin die Absichten des treulosen Grafen zu durchkreuzen. Zu erleben sind Turbulenzen aller Art, wenn Lustgefühle und Intrigen die Szene beherrschen. Am Ende triumphiert nicht nur die Liebe, sondern siegen auch Figaro und Susanne über den Adel. Ende gut alles gut - so muss es an einem Sommerabend auch sein. Wenigstens auf der Bühne gibt es Gerechtigkeit. Die Darsteller – spielbegabte Amateure - treiben die Verwicklungen gut gelaunt voran. Was stört es schon, wenn die geschliffenen Dialoge des Komödienschreibers nicht ganz so geschliffen präsentiert werden? In puncto Körpereinsatz macht dem Ensemble so schnell keiner etwas vor. Die Darsteller verstehen es auch, die Geschichte, die in einer raffiniert gestrickten Handlung verpackt ist, klar nachvollziehbar zu erzählen. Gut unterstützt werden sie dabei durch die fantasievollen Kostüme, für die das Ensemble bekannt ist. So überträgt sich der Spaß auf der Bühne bald auch aufs Publikum.

 

 

 

Sächsische Zeitung
26.07.2010
von Monika Dänhardt