Glasdach-Wolke schützt das Sommertheater

Die nunmehr elfte Sommersaison in der St. Pauli Theaterruine im Hechtviertel wird am kommenden Sonnabend mit dem Schauspiel ,,Die Hochzeit des Figaro" eingeläutet. Passend zum Wonnemonat feiert die turbulente und lustvolle Verwicklungskomödie von Beaumarchais, die als Vorlage für Mozarts bekannteste Oper diente, Premiere am 8. Mai um 19 Uhr. Dieses heitere Verführungsspiel kommt inszeniert als fantasievoll kostümierte Jagdgesellschafft auf die Bühne.
Grund zum Feiern hat die spielfreudige Theatertruppe aber ebenso, weil nach Jahren des Hoffens und Bangens der Stadtrat nun einhellig dem Ausbau der vielbesuchten Open-Air-Spielstätte zustimmte. Künftig soll ein filigranes Glasdach in Form einer ,,Wolke" das bisher himmeloffene Kirchengemäuer überspannen, ,,um lärmreduziert und wetterunabhängig spielen zu können", so Jörg Berger, Regisseur und Vorsitzender des Vereins der Theaterruine St. Pauli e.V. Derzeit dürfe außer bei Premieren nur bis 2l Uhr gespielt werden, was absurd sei als Sommertheater. Die Einschränkungen seitens der Ämter gingen sogar soweit, dass in Inszenierungen eingegriffen werde, nur weil etwa ,,Hamlet" drei Minuten zu lang sei, so Berger.
Groß sei hingegen die Freude über den Dachentwurf des Dresdner Architekturbüros Dähne, da damit eine behutsame Erneuerung mit Erhalt des alten Charmes der Theaterruine und eine dauerhafte Nutzung ermöglicht werde. Vorgesehen sind zudem eine Glaswand als Lärmschutz zur Wohnbebauung, neue Toiletten und ein größerer Garderoben- und Aufenthaltsraum für die Spieler.
Die Baukosten in Höhe von rund,2,6 Millionen Euro für die zentrale Kulturstätte im Hechtviertel werden aus Städtebaufördermitteln getragen. Erste Baumaßnahmen an der Theaterruine sollen im Herbst beginnen und in der nächsten Spielsaison weitergeführt werden, so dass dann noch weniger Veranstaltungen stattfinden bzw. an anderen Orten wie im St. Pauli Sa]on in der Hechtstraße 32 weiterhin zu vielfältigen kulturellen Angeboten eingeladen wird.

Lilli Vostry


 

 

Sächsischer Bote
05.05.2010
von Lilli Vostry