Sächsischer Amateurtheater - Preis 2007
Laudatio
Lobende Anerkennung

 

 

 

 

























 

 

 
   

für die Inszenierung „Goethes Zauberflöte" des St. Pauli Theaters

Diese Inszenierung überzeugt durch eine Fülle von Einfällen, leidenschaftlicher Spielfreude auf sehr hohem Niveau, geformt durch einen spektakulären inszenatorischen Zugriff. Dies begründet sich beispielsweise darin, diesen unbekannten Goethetext in Verbindung mit Mozarts „Zauberflöte" in das Ambiente der Theaterruine zu fügen.

Mit seiner nuancierten Spielweise und der Liebe zum Detail gelingt dem Ensemble, ein exzellentes Sommertheater. Ein besonderes Qualitätsmerkmal der Inszenierung ist die Fähigkeit der Spieler, ihr Publikum auf lustvolle Weise zur Interaktion zu animieren.
Das Profil der Darsteller zeichnet sich im besonderen Maße aus durch hohe Musikalität, gute solistische Darstellungen, gleichwohl diszipliniertes Engagement in der Ensemble-leistung. Dies äußerte sich vor allem in den Sprechchören. Außerdem gelang es vielen Spielern, den „Tücken" der sächsischen Mundart zu entgehen.

Die Ausstattung der Inszenierung (Bühnenbild, Maske, Kostüme, Puppen usw.) stand im Dialog zum Stück, hob den ästhetischen Genuß des Abends und vermittelte die Illusion von Opulenz, um die andere Amateurtheater vergeblich ringen.

Die Vergabe des Anerkennungspreises soll für das Ensemble Ansporn sein, weiter ihrem künstlerischen Anspruch zu folgen und für ihren Spielort, der Theaterruine St. Pauli, Stücke zu entwickeln, die den Volkstheatergedanken verfolgen und somit der Stadt Dresden diesen besonderen Spielort zu erhalten.

Radebeul, den l 2. Oktober 2007

Kati Grasse
Schauspielerin und Dozentin Professor für Schauspiel

Bernd Guhr
Professor für Schauspiel

Dietrich Kunze
Intendant des Theaters "Junge Generation" Dresden