Presseartikel
Sommerlust statt Regenfrust

Das Publikum harrte geduldig aus, als sich am Freitag die Premiere von „Don Juan" in der St. Pauli Ruine durch einen Regenguss etwas verzögerte. Dann ging es in frischer Luft um so rasanter los. Die Truppe um Regisseur Jörg Berger setzt auch bei der Inszenierung der Molieres" Komödie auf Spiellust und Turbulenz.

In originellen, die Figuren charakterisierende Kostüme (Ausstattung Tanja Wackwitz) geben die Akteure ihr Bestes, um die Geschichte des unersättlichen, sinnenfrohen Mannes gewitzt auf die Bühne zu bringen. Viele bewältigen mit großem körperlichen Einsatz gleich mehrere Rollen. Was macht es schon, dass dabei sprachtechnisch manches auf der Strecke bleibt.

Das Publikum amüsiert sich über all die Schönen - unter manchem Schleier verbirgt sich ein Mann -, die aufmarschieren, um dem Herzenbrecher ins Gewissen zu reden ebenso wie über die wild tanzende Fischerhorde, die Don Juan an den prächtigen Anzug will.

Für die Rolle des Don Juan hatte sich das Ensemble einen Profi ins Boot geholt. Der Schauspieler Frank Weiland gab mit lässiger Eleganz den Lebemann, weiß gekonnt mit Augenzwinkern die Nöte des Schwerenöters aufzuzeigen. Wobei die Dienerschaft an seiner Seite -Ingrid Schütze, Karl Michael Weber, Torsten Troisch - mit nicht minder treffender Mimik und Gestik das Geschehen kommentiert. (SZ/md) • Fazit: Ein fröhliches Spiel im schönen Ambiente - geeignet für laue Sommernächte. „Don Juan" wieder am 31. Juli, 1.und2. August, jeweils 19.30 Uhr, Tel: 272 14 44

 




31.07. 2006 - SZ
von Monika Dänhardt