Altes Gemäuer- buntes Treiben
Verspäteter Start in eine neue Saison der Theaterruine St. Pauli

Der zwischen 1889 und 1891 erbauten St. Pauli Kirche war es nur kurze Zeit beschieden, als Gotteshaus zu dienen. Nach Zerstörung und Vernachlässigung herrscht seit 1996 in der Ruine wieder Leben, und nach einigen bautechnischen Problemen und aufwändiger Bausicherung in den letzten Monaten kann die Theaterruine St. Pauli ab dem 2. Juni wieder Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen sein.

Verantwortlich zeichnet der gemeinnützige Theater Ruine St. Pauli e.V., dessen Mitglieder alle anfallenden Aktivitäten wie Inszenierungsarbeiten, Spielstättenorganisation oder Künstlerbetreuung abdecken. Die Saison in Dresdens idyllischstem Sommertheater eröffnet 2006 Das Blaue Einhorn mit einem Konzertprogramm zum 15. Geburtstag der Band. Neben weiteren Konzerten (unter anderem mit Buckijit oder Yatra) zieht das Ge-mäuer vor allem die Theaterfreunde in den Bann. Regisseur Jörg Berger entwickelte für die hauseigenen Amateurtheaterinszenierungen eine eigene Ästhetik, die als Besonderheit auch die vorhandene Bausubstanz spielerisch nutzt. In den Turm, über den Innenhof oder das gerippte Steingewölbe bis hin zu dunklen Kellergelassen werden die Zuschauer in den verschiedenen Inszenierungen gelockt.
Vor allem Shaekespeare und Goethe lieferten die Vorlagen für die zumeist turbulenten Schauspielproduktionen, und nicht nur in der »Betteloper« bekommt auch Live-Musik einen kreativ genutzten Platz eingeräumt.






 




Juni 2006 - SAX - von Isolde Matkey